Anfangs lachten alle...
Zuerst konnten dies nur begabte Informatiker
Die Öffentlichkeit lachte, als Studenten sich mit Beginn des Internet-Zeitalters widerrechtlich Zugang zu Rechnern der NASA und des Pentagon verschafften.
Diese für damalige Zeiten unvorstellbare "Leistung" weckte durchaus Bewunderung, weshalb die ersten Hacker sehr gefragt waren und gute (ehrliche) Jobs in der IT-Branche fanden.
In der Folgezeit jedoch haben auch Kriminelle die Möglichkeiten des Computer-Hackings erkannt.
Anfangs wurde eine schnelle Ausbreitung der Computerkriminalität zumindest etwas dadurch abgebremst, dass für Hacking einiges an Fachwissen erforderlich war. Diese Hürde fiel jedoch spätestens mit den ersten Hacker-Tools, die ab den 90er Jahren kostenlos verbreitet wurden.
Heute vermag sich jeder Idiot als Hacker zu betätigen
Mit heute verfügbaren Tools vermag sogar der dümmste PC-Anwender zu "hacken" - besonderer Fachkenntnisse bedarf es dafür nicht.
Die auf einschlägigen Webseiten zum Download angebotenen Hackertools sind genau so einfach zu bedienen, wie jede andere Software auch.
Nicht einmal mehr für die Herstellung neuer Viren und Trojaner bedarf es eines Informatik-Studiums. Hier werden Kits angeboten, mit denen jeder Laie rasch bislang unbekannte Viren herstellen kann.
Kein Wunder also, dass die Anzahl krimineller Angriffe mit präparierten Webseiten oder E-Mails inzwischen auf Rekordniveau angestiegen ist.
Neue Ausweitung der Computerkriminalität
Früher erfolgten kriminelle Angriffe auf fremde Rechner eher nach dem Zufallsprinzip und ohne jede direkte Beziehung zwischen Täter und Opfer. Mails mit Trojanern gingen in Massen an unbekannte Empfänger, nach dem Motto, je mehr davon unterwegs sind, desto eher finden sich Opfer.
Angesichts der freien Zugänglichkeit von Viren- und Hacker-Tools ist neuerdings jedoch verstärkt auch mit gezielten Agriffen aus dem eigenen Umfeld zu rechnen. Von Personen, die man kennt und die ein Interesse daran haben, sich bestimmte Informationen zu beschaffen oder einfach nur Schaden anzurichten.
Auf der Suche nach den Urhebern solcher Angriffe sind verdächtige Personen mit möglichen Motiven nicht mehr allein deshalb als Täter auszuschliessen, weil sie nur über durchschnittliche Computerkenntnisse verfügen.
Hohe Strafen für Benutzer von Hacker-Tools
Sie haben mit Ihrem Nachbarn noch ein "Hühnchen zu rupfen" und wollen nun nach Hacker-Tools googeln? Selbst wenn Sie solche Webseiten finden - lassen Sie lieber die Finger davon!
Viele dieser Anbieter warten auf Möchtegern-Hacker, denen sie beim Betrachten der Seiten oder spätestens während des Downloads unbemerkt noch anderes auf den Rechner packen können.
Das Spektrum reicht von Würmern und Viren, bis hin zu Programmen, die Ihren Rechner unbemerkt in Hacker-Netzwerke einbinden um diesen für Straftaten zu missbrachen. Mit für Sie unabsehbaren Folgen!
Und nicht zuletzt sollten Sie auch wissen, dass in Deutschland die Benutzung von Hacker-Tools strafbar ist und hierfür Gefängnisstrafen bis zu 10 Jahren vorgesehen sind.
Schäuble jedoch verlangt die Lizenz zum Hacken...
Angesichts solch drakonischer Strafen, die für eine wirksame Abschreckung sorgen sollen, wirkt es allerdings umso irrwitzigiger, dass die Bundesregierung sich selbst per Gesetz eine "Lizenz zum Hacken" erteilen will.
Da fehlt ja nur noch, frei nach James Bond, demnächst auch die Lizenz zum Töten...