Wie Drucker spionieren

Meldet auch Ihre Firewall gelegentlich, dass die mit Ihrem Drucker gelieferte Software sich mit dem Internet zu verbinden versucht?
Was haben Drucker überhaupt im Internet zu suchen?
Die Hersteller geben als Begründung an, dass angeblich Statistiken über den Tinten- und Tonerverbrauch geführt werden. Zur Verbesserung der Produkte und angeblich ohne jede Übermittlung persönlicher Daten.
Doch die Wahrheit sieht oft erschreckend anders aus.


Schockierende Beweise

Im Sommer 2006 veröffentlichte eine Computerzeitschrift einen Google-Hack, mit welchem auf dem Server eines Druckerherstellers unzählige Dokumente und private wie geschäftliche Briefe aus aller Welt zu lesen sind.
Diese wurden offensichtlich ohne Wissen und somit gegen den Willen der Verfasser hochgeladen.
Also eignen sich die von Druckersoftware versandten Daten nicht nur für "Verbrauchsstatistiken", sondern nachweislich auch für die illegale Beschaffung und Bevorratung von Informationen.


Hartnäckiger Lexmark

Sogar nach Deinstallation eines Lexmark X5100 verblieben klammheimlich Programme von Lexmark im System, die nach wie vor mit dem Internet Verbindung aufzunehmen versuchten.
Unverschämt ist auch, dass mit der einmal erfolgten Installation eines Lexmark Druckers das Windows-System so verändert wird, dass Drucker anderer Hersteller sogar auch dann über Lexmarkprogramme kommunizieren müssen, wenn Lexmark zuvor (vorgeblich) deinstalliert wurde.
Die manuelle Entfernung der im System belassenen Lexmark-Programme erforderte eine komplette Neuinstallation von Windows, da sich nach Entfernen von lexpps.exe und eines weiteren Lexmarkrogramms überhaupt kein Drucker mehr installieren ließ.


Sollen Verbraucher sich so etwas bieten lassen?

Müssen wir in Kauf nehmen, dass unsere Korrespondenzen unbemerkt über das Internet in unbefugte Hände gelangen können und dass wir schikaniert werden, sobald wir einem Hersteller "untreu" werden?
Was ist von Software zu halten, die bei der Deinstallation angeblich "vollständig" entfernt wird, in Wahrheit jedoch im System verbleibt um weiterhin heimlich aktiv zu sein?
Solche "Druckertreiber" unterscheiden sich in nichts von kriminellen Trojanern!

Die vorstehend geschilderte Erfahrung mit Lexmark ist kein Einzelfall. Auch andere Druckerhersteller verfahren ähnlich.
Vielleicht wäre ein Prüfsiegel von Nutzen. Mit der Bestätigung, dass keine Daten versendet werden und dass eine Deinstallation von Treibern und Software auch wirklich vollständig erfolgt.
Seriöse Druckerhersteller könnten hier eine freiwillige Initiative starten - andernfalls sollten Verbraucher dies durch kritisches Kaufverhalten erzwingen.